Schiene in exocad konstruieren: Bite Splint Schritt für Schritt
Wie man eine Aufbissschiene im exocad Modul Bite Splint konstruiert: Scans und Biss, Rand und Stärke, Kontakte und Führung, dann Druck oder Fräsen der Schiene.
Auf einem Rendering sieht eine Aufbissschiene aus wie eine einfache Kunststoffplatte über den Zähnen. Was über ihren Erfolg entscheidet, ist dort nicht zu sehen: wo die Kontakte liegen, wie sich die Führung in Bewegung verhält und ob die Schiene ohne Kippeln sitzt. In exocad entsteht die Konstruktion im Modul Bite Splint, idealerweise zusammen mit dem virtuellen Artikulator.
Schienentyp und therapeutische Kieferposition sind klinische Entscheidungen. Dieser Leitfaden beginnt an dem Punkt, an dem beides festgelegt ist.
Scans und Unterlagen für eine Aufbissschiene
Die Konstruktion braucht Scans beider Kiefer, auf denen die Zähne und alle von der Schiene bedeckten Bereiche vollständig erfasst sind. Die Bissregistrierung wird in der vom Behandler gewünschten Position genommen, meist mit festgelegter vertikaler Sperrung. Artikulatorwerte oder Kieferbewegungsdaten machen die dynamischen Kontakte zuverlässig (siehe virtueller Artikulator und Jaw Motion).
Der Auftrag sollte Kiefer, Schienentyp, gewünschte Stärke, Führungskonzept und Werkstoff angeben.
Die Schiene im Modul Bite Splint konstruieren
Einschubrichtung und Unterschnitte
Legen Sie die Einschubachse fest und wie viel Unterschnitt die Schiene zur Retention nutzen darf. Mit zu wenig Unterschnitt fällt die Schiene heraus. Mit zu viel sitzt sie nicht, oder das Einsetzen schmerzt.
Schienenrand
Zeichnen Sie den Rand auf den Zähnen und, wo nötig, auf dem Weichgewebe. Eine gleichmäßige Randhöhe hält die Schiene, ohne auf das Zahnfleisch zu drücken.
Schienenkörper
Das Modul baut den Körper gegen den Gegenkiefer auf. Legen Sie die Mindeststärke nach dem Datenblatt des Werkstoffs und der Vorgabe des Behandlers fest.
Okklusalfläche und Kontakte
Die Kontakte zum Gegenkiefer entstehen auf der Okklusalfläche. Die Fläche lässt sich anschließend glätten und formen, und exocad kann den okklusalen Seitenzahnbereich automatisch abflachen.
Führung und Interferenzen
Führen Sie im virtuellen Artikulator die Bewegungen aus, bauen Sie wo gewünscht eine Eckzahnführung auf und entfernen Sie Interferenzen. Jede Korrektur nimmt Material weg, prüfen Sie die Stärke daher danach erneut.
Abschlussprüfung und Export
Fügen Sie auf Wunsch der Praxis einen Text oder ein Logo hinzu, prüfen Sie die abschließende Stärkenkarte und exportieren Sie ein geschlossenes Netz für Druck oder Fräsen.
Schiene drucken oder fräsen
| Fräsen | ||
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | Mehrere Schienen pro Druckvorgang | Ein Rohling pro Schiene |
| Materialkosten | Niedrig | Höher |
| Werkstoff | Für Schienen indizierte Harze | Vorpolymerisierte Rohlinge |
| Worauf zu achten ist | Validierter Drucker, Harz und Nachhärtung | Frässtrategie und Rohlinggröße |
Beide Wege funktionieren, wenn der Werkstoff für Schienen indiziert ist. Gedruckte Schienen müssen exakt den validierten Parametern und der Nachbearbeitung des Harzherstellers folgen, denn unzureichend ausgehärtete oder schlecht gewaschene Teile verändern Passung und Werkstoffeigenschaften (siehe Belichtungskalibrierung von Harzdruckern).
Warum Schienen am Stuhl nachgearbeitet werden müssen
Braucht eine Schiene bei der Eingliederung viel Einschleifen, liegt die Ursache meist in den Unterlagen oder in einer übersprungenen Prüfung. Eine Bissregistrierung mit falscher vertikaler Sperrung verschiebt jeden Kontakt. Nur statisch konstruierte Kontakte stören, sobald sich der Patient bewegt. Zu hohe Ränder oder zu tiefe Unterschnitte erschweren das Einsetzen. Korrekturen nach der letzten Stärkenprüfung können Bereiche unter der Mindeststärke des Werkstoffs hinterlassen.
Häufige Fragen
Welche Scans braucht man für eine Aufbissschiene?
Beide Kiefer und eine Bissregistrierung in der vom Behandler gewünschten Schienenposition, meist mit festgelegter vertikaler Sperrung. Artikulatorwerte oder Kieferbewegungsdaten machen die dynamischen Kontakte zuverlässiger.
Sollte eine Schiene gedruckt oder gefräst werden?
Beides funktioniert, wenn der Werkstoff für Schienen indiziert ist. Drucken ist schnell und günstig, Fräsen aus vorpolymerisierten Rohlingen ergibt ein sehr homogenes Material. Folgen Sie den Angaben des Werkstoffherstellers.
Kann das Modul Bite Splint verschiedene Schienentypen konstruieren?
Ja. Relaxierungsschienen, Knirscherschienen, Repositionierungsschienen und Deprogrammierer lassen sich konstruieren. Die therapeutische Entscheidung liegt beim Behandler.